AOL stellt Dail-Up ein

„Bin ich schon drin?“

AOL stellt nach 34 Jahren seinen Einwahl-Internetdienst ein

Internetanbieter AOL stellt Ende September seinen Dial-up-Dienst ein. Die in Deutschland als Wählleitung oder Einwahl bekannte Technologie stammt aus den Anfangsjahren des Internets.

Internet-Nutzer der ersten Stunde werden sich noch gut an die abgefahrenen Geräusche eines Einwahl-Modems erinnern können. Die einzigartige Ton-Sequenz diente zum Verbindungsaufbau mit einem Internet-Einwahlknoten. Was aus heutiger Sicht wie Steinzeit-Technik wirkt, stieß damals eine digitale Revolution an: der Zugang für die breite Masse zum World Wide Web.

AOL unterstützt Dial-up ab Oktober nicht mehr

AOLs Dial-up-Dienst ging bereits 1991 an den Start und ist bis heute in den USA verfügbar. Mittlerweile gehört das Unternehmen zwar längst zu Yahoo, bot aber weiterhin Tarife für Nutzer der veralteten Einwahlmethode an. Auch die Dialer-Software und den passenden Shield-Browser unterhielt AOL weiter.

Zum 30. September ist damit allerdings endgültig Schluss. Wie AOL auf seiner Hilfeseite für nordamerikanische Kunden mitteilt, wird die für Dial-up notwendige Software ab Oktober nicht mehr weiter unterstützt:

AOL bewertet regelmäßig seine Produkte und Dienstleistungen und hat beschlossen, den Dial-up-Internetzugang einzustellen. Dieser Dienst wird in den AOL-Tarifen nicht mehr angeboten. Daher werden dieser Dienst und die dazugehörige Software, die AOL Dialer-Software und der AOL Shield-Browser, die für ältere Betriebssysteme und Dial-up-Internetverbindungen optimiert sind, am 30. September 2025 eingestellt.

Internet per Einwahl in der EU längst überholt

In der umfangreichen Eurostat-Statistik der Europäischen Kommission taucht der Dial-Up-Internetanschluss noch bis 2015 in den Nutzungsdaten auf – etwa für Luxemburg und Portugal. Aktuelle Werte von Statista zeigen, dass die Zahl der Dial-Up-Nutzer in Deutschland 2024 0 Prozent beträgt.

Das US-Gegenstück zu Eurostat – genannt Census Bureau – zeigt hingegen, dass 2019 noch ganze 260.000 Nutzer in den USA auf die veraltete Technologie setzten, um online zu gehen. Damit dürfte nun durch die Einstellung des AOL-Dialers endgültig Schluss sein.

Auch wenn Dial-up angesichts der Datenmassen des modernen Internets nicht mehr angemessen ist, hat es durchaus noch Verwendungszwecke. Im Falle eines Internetausfalls kann die Technologie etwa als Back-up dienen. Zudem stellt sie in Regionen, in denen nur analoge Telefonleitungen verfügbar sind, noch eine Option dar. Allerdings gibt es mit mobilem und Satelliten-Internet deutlich schnellere Alternativen, die immer breiter verfügbar werden.