Sorge vor Bürokratie-Monster: Dörfer bei Elmshorn rebellieren gegen neue Regeln zur Vereinsförderung

Die Kreisverwaltung sitzt in Elmshorn. Kreisstadt ist aber Pinneberg.
Das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Pinneberg ist mit den Dauerbeschlüssen der Gemeinden um Elmshorn nicht einverstanden. Doch ihr Wegfall würde mehr Bürokratie bedeuten. Und Vereine belasten. Foto: Christian Uthoff

Bisher haben Gemeinden in der Region Elmshorn viele ihrer Vereine mit kleinen Beiträgen im Jahr unterstützt. Und zwar per unkompliziertem Dauerbeschluss. Geht es nach der Verwaltung des Kreises Pinneberg, ist damit jetzt Schluss. In den Dörfern regt sich Widerstand.

„Es ist doch kompletter Bürokratie-Irrsinn“, ärgert sich Stephan Kamp (SPD), der Finanzausschussvorsitzende von Klein Offenseth-Sparrieshoop. Seine Gemeinde – wie alle im Amt Elmshorn-Land – soll alle Dauerbeschlüsse für die Förderung von Vereinen aufheben. Dazu hat das Gemeindeprüfungsamt (GPA) des Kreises Pinneberg die Kommunen aufgefordert. Die Vereine sollen die Fördergelder künftig jedes Jahr neu beantragen müssen – Verwendungsnachweis inklusive. Für Beträge, die oft nur minimal sind.

Kritik aus Klein Offenseth-Sparrieshoop

Hinter dem Begriff „Dauerbeschluss“ verbirgt sich die simple Entscheidung einer Gemeinde, die örtlichen Vereine zu bezuschussen, ohne dass diese jedes Jahr einen neuen Antrag stellen müssen. „Wir sollen jetzt jedes Jahr den Gemeinderat, das Amt Elmshorn-Land und die Vereine beschäftigen. Was das an Zeit und Geld kostet, steht in keinem Verhältnis“ – und übersteige auch die oft kleinen Förderbeiträge, um die es geht, so Kamp.

Und der Aufwand ist nicht klein: Statt einer einfachen Auszahlung der Gelder soll – so beanstandet das Gemeindeprüfungsamt des Kreises Pinneberg – künftig jeder Verein jedes Jahr einen Antrag auf Förderung stellen. Der wandert dann durch den Gemeinderat. Dann geht der Antrag zum Amt Elmshorn-Land. Dort wird ein Bewilligungsbescheid ausgestellt. Erst dann dürfen die paar hundert Euro ausgezahlt werden.

https://www.shz.de/lokales/elmshorn-barmstedt/artikel/bei-elmshorn-doerfer-rebellieren-wegen-buerokratie-monster-49411233

Darum ist die Barmstedter Flüchtlingshilfe noch immer wichtig und wertvoll

Helfer, Verantwortliche und Geflüchtete feierten gemeinsam den zehnten Geburtstag des Integrationszentrums Leuchtturm in Barmstedt.
Helfer, Verantwortliche und Geflüchtete feierten gemeinsam den zehnten Geburtstag des Integrationszentrums Leuchtturm in Barmstedt.Foto: Michael Bunk

Seit zehn Jahren unterstützt die Flüchtlingshilfe Barmstedt Menschen bei Integration, Sprachkursen und Arbeitssuche. Das Integrationszentrum Leuchtturm bleibt trotz neuer Herausforderungen zentraler Anlaufpunkt.

Auf dem Höhepunkt der ersten Flüchtlingswelle 2015, als vornehmlich Syrer vor dem Krieg im eigenen Land flohen, hat sich in Barmstedt der Verein Flüchtlingshilfe gegründet. Gebündelt wurden und werden die ehrenamtlichen Aktivitäten im Integrationszentrum Leuchtturm an der Reichenstraße – mitten im verkehrsberuhigten Innenstadtbereich. Viel zentraler geht es nicht.

https://www.shz.de/lokales/elmshorn-barmstedt/artikel/seit-2015-barmstedter-fluechtlingshilfe-ist-noch-immer-wichtig-49457207

Lebensretter aus Kreis Pinneberg: Warum Thomas Gundlach auch nach der 200. Blutspende weitermacht

Thomas Gundlach (rechts) beginnt seine Blutspende im Heidgrabener Gemeindezentrum immer mit einer kurzen Untersuchung vorweg. Eisenwerte und Blutdruck werden bestimmt.
Thomas Gundlach (rechts) beginnt seine Blutspende im Heidgrabener Gemeindezentrum immer mit einer kurzen Untersuchung vorweg. Eisenwerte und Blutdruck werden bestimmt.Foto: Christiane Tauer

Zwar ist die Zahl der Blutspenden im Kreis Pinneberg seit Jahren stabil. Die meisten Spender sind aber Senioren wie Thomas Gundlach. Der 64-Jährige hat jetzt zum 200. Mal Blut gespendet. Wie das DRK auch Jüngere erreichen will und warum speziell Heidgraben bei Blutspendern so beliebt ist.

Den Fragebogen füllt Thomas Gundlach aus dem Kreis Pinneberg längst in Nullkommanichts aus. Er weiß genau, wo ein Kreuz hinmuss. Der 64-Jährige hat Routine: An diesem Nachmittag spendet er zum 200. Mal sein Blut.

Lebensretter seit seinem 18. Lebensjahr

Allzu schnell dürfe er aber auch nicht sein, sagte er lachend, denn sonst könnten Flüchtigkeitsfehler passieren. „Einmal habe ich aus Versehen angekreuzt, unter 50 Kilo zu wiegen.“ Da wollte ihm der Arzt das Blutspenden partout nicht erlauben – Gott sei Dank ließ sich das Missverständnis schnell aufklären. Diesmal läuft alles glatt. Keine zehn Minuten, nachdem der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost die Türen des Heidgrabener Gemeindezentrums zur Blutspendeaktion geöffnet hat, sitzt Thomas Gundlach schon beim Arzt, um seinen Eisenwert und den Blutdruck bestimmen zu lassen. Auch das ist für ihn Routine.

https://www.shz.de/lokales/pinneberg-schenefeld/artikel/kreis-pinneberg-mann-moechte-250-mal-blut-spenden-49430263

Mit über 100 km/h durch Elmshorn: Polizei stoppt Audi-Fahrer nach Verfolgungsjagd

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Der Tatverdächtige in Elmshorn soll einen weißen Audi A7 gefahren sein.Symbolfoto: IMAGO / Waldmüller

Nach einer Verfolgungsjagd durch Elmshorn hat die Polizei einen Audi-Fahrer gestoppt. Der Mann war nicht nur deutlich zu schnell unterwegs gewesen und hatte bei seiner Flucht mehrere rote Ampeln überfahren. Er muss sich noch wegen weiterer Vorwürfe verantworten.

Erneute Wahnsinns-Fahrt durch Elmshorn: Ein 33 Jahre alter Audi-Fahrer hat sich in der Nacht zu Mittwoch, 29. Oktober, eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Auf der Flucht soll der Mann weit über 100 Kilometer pro Stunde bei erlaubten 50 km/h gefahren sein und auch mehrere rote Ampeln ignoriert haben.

Die Beamten konnten den Wagen an der Kreuzung von Wittenberger Straße und Köllner Chaussee stoppen, teilte ein Polizeisprecher mit. Der Audi-Fahrer muss sich nun unter anderem wegen eines Kraftfahrzeugrennens verantworten. Hinzu kommt: Die Polizei wirft ihm vor, unter Drogeneinfluss und ohne Führerschein am Steuer gesessen zu haben.

https://www.shz.de/lokales/elmshorn-barmstedt/artikel/elmshorn-polizei-stoppt-audi-fahrer-nach-verfolgungsjagd-49458339

Linienbus bei Pinneberg umgekippt: Sieben Menschen verletzt

Sechs Passagiere und der Busfahrer mussten am Mittwochmorgen aus einem Bus gerettet werden.

Am Mittwochmorgen (29.10.2025) ist es auf der Datumer Chaussee zwischen den Pinneberger Ortsteilen Eggerstedt und Waldenau zu einem Verkehrsunfall unter Beteiligung eines Linienbusses gekommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei kam gegen 07:50 Uhr ein Linienbus in Richtung Süden fahrend nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte auf die Seite. Im Bus befanden sich nach vorläufigen Angaben insgesamt sieben Personen, die durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem Fahrzeug befreit werden mussten.

Nach einer ersten Sichtung durch den Rettungsdienst erlitten die Insassen leichte Verletzungen.

Die Unfallstelle musste für eine Stunde vollgesperrt werden. Die Absperrungen konnten zwischenzeitlich vorerst wieder aufgehoben werden. Die Verkehrsbetriebe forderten einen Abschleppdienst für den verunglückten Bus an. Für die Bergung des Fahrzeugs wird die Datumer Chaussee voraussichtlich im Laufe des Vormittags wieder gesperrt werden müssen. Ein genauer Zeitansatz ist hierzu nicht bekannt.

Ein Abschleppdienst konnte den verunfallten Bus bergen und abtransportieren. Die Datumer Chaussee war für die Bergungsarbeiten von ungefähr 10:00 Uhr bis 12:20 Uhr gesperrt und konnte inzwischen wieder freigegeben werden.

Nach ersten Erkenntnissen dürfte ein Fahrfehler des 36-jährigen Busfahrers für den Unfall ursächlich gewesen sein. Nach einer Baustellendurchfahrt fädelte der Fahrer wieder auf seine Fahrspur ein und geriet dabei zu weit nach rechts in den aufgeweichten Grünstreifen.

Sechs Passagiere und der Busfahrer konnte durch die Feuerwehr aus dem Bus befreit und an den Rettungsdienst übergeben werden. Die Personen erlitten einen Schock, mussten aber nicht weiter ärztlich behandelt werden.

Die Polizei leitete gegen den Busfahrer, ein afghanischer Staatsbürger, Unfallermittlungen ein.

Für die Verkehrssicherheit: Diese Bäume will die Stadt Elmshorn im Herbst 2025 fällen

Elmshorn Baumfällungen
An der Klaus-Groth-Promenade sollen mehrere Bäume gefällt werden, die den Oberleitungen der Bahn zu nah gekommen sind.Foto: Carsten WIttmaack

Die Stadt Elmshorn plant für den Herbst 2025 etliche Baumfällungen. Betroffen sind Bäume, die tot, instabil oder durch Bahnnähe gefährdend sind. Weitere Kontrollen laufen.

Die Elmshorner Verwaltung will im Herbst mit umfangreichen Arbeiten den städtischen Baumbestand pflegen und erneuern. Im Fokus stehen dabei die Verkehrssicherheit sowie die nachhaltige Entwicklung von Grünflächen und Straßenzügen, teilte die Verwaltung jetzt mit.

Gefahr durch Nähe zu Bahn-Oberleitungen

Im Rahmen routinemäßiger Baumkontrollen wurden nach Aussage von Jörg Schmidt-Hilger vom Amt für Stadtentwicklung und Umwelt zahlreiche Bäume identifiziert, die entweder abgestorben oder nicht mehr standsicher sind oder aufgrund ihrer Nähe zu Bahn-Oberleitungen eine potenzielle Gefährdung darstellen.

https://www.shz.de/lokales/elmshorn-barmstedt/artikel/elmshorn-diese-baeume-will-die-stadt-im-herbst-2025-faellen-49438964